Last.fm: Musik kostenlos bis zum Abwinken

von Gabriel am 14.04.2008

Der Dienst last.fm ist ein Social Network das es ermöglicht, nach neuer Musik zu stöbern und sich mit anderen Nutzern zu Künstlern und deren Musik auszutauschen. Tausende Bands und Künstler sind auf der Plattform vertreten, sodass jeder etwas für den eigenen Musikgeschmack passendes finden sollte.

Last.fm Band Übersicht



Prinzip: alle machen mit und alle profitieren davon

Das im Web2.0 häufig anzutreffende “AAL”-Prinzip (Andere Arbeiten Lassen) findet auch bei Last.fm Anwendung: die Plattform lebt davon, dass die Benutzer ihre Hörvorlieben an den Webdienst übermitteln. Aber jeder kann auch von den Daten der anderen profitieren, indem er ganz einfach zum eigenen Geschmack passende Musik finden kann, die noch nicht kennt (oder sich nicht mehr daran erinnert).

Titel Scrobbeln?

Das Übermitteln der gehörten Tracks muss natürlich nicht händisch erfolgen, was viel zu umständlich wäre, sondern kann komfortabel und automatisiert durch ein kleines Plugin abwickeln werden. Scrobbeln nennt sich dieser Vorgang im Last.fm-Jargon. Der Begriff rührt von dem früheren Namen der Plattform her: audioscrobbler.com. Für das Eingeben der Hörgewohnheiten gibt es verschiedene Applikationen, die für die Betriebssysteme Windows, MacOS und Linux zur Verfügung stehen. Auch mit iTunes in Verbindung funktioniert das Scrobbeln unter MacOS und Windows problemlos.

Last.fm Player

Musik-Empfehlungen nach Ähnlichkeit

Sind Last.fm erst einmal die über ein oder mehrere Tage gehörten Songs bekannt, so können im Profil Empfehlungen für vermutlich den eigenen Hörgewohnheiten entsprechenden Songs abgerufen werden. Das ist also so ähnlich wie die von Amazon seit langem bekannte Funktion “Käufer dieses Produkts kauften auch folgendes Produkt” aufgebaut.

Zusammenstellung einer personalisierten Radio-Station

Die übermittelten Daten werden bei last.fm mit denen anderer Nutzer verglichen und dazu genutzt, um eine für den Hörer personalisierte Radiostation zu erstellen. Das heißt es werden gezielt nur Titel abgespielt, die den eigenen Hörgewohnheiten am besten entsprechen. Wenn ein Titel besonders gut oder schlecht gefällt, dann kann dies dem System durch einen Klick auf die entsprechende Taste beigebracht werden, was dann in die zukünftige Musikauswahl einfließt.

last.fm Band Bio

Kostenlos Musik hören?

Last.fm bietet somit auch die Funktionalität eines Online-Radiosenders und die Bedienung ist denkbar einfach: auf der Radio-Seite den Namen des Lieblingskünstlers eingeben und auf “Spielen” klicken. Dann werden Tracks von ähnlichen Künstlern wie dem genannten rausgesucht und abgespielt. Das funktioniert völlig kostenlos und ohne Zeitbeschränkung.

Mittlerweile sind für die verschiedensten Musikrichtungen Songs vorhanden, sodass auch für etwas ab vom Mainstream befindliche Musikliebhaber eine ausgewogene Musikversorgung gewährleistet ist.

Kostenpflichtige Leistungen

Es gibt bei Last.fm auch die Möglichkeit, ein einfaches Abonnement zu erwerben (2,50 EUR / Monat) das dann einige Vorteile bietet:

  • Blaues Benutzericon (Abonnentenstatus)
  • Keine Werbung
  • Letzte Besucher des Profils anzeigen
  • Personalisiertes Radioparadies
  • Geheimer Beta-Zugang

Später wird es auch einen Bezahl-Modell geben, um Titel gezielt (auch mehr als 3 mal) anhören zu können:

Sobald diese Testphase vorbei ist, werden wir ein neues Abonnement anbieten, das dann einen Zugang zu einem Musikkatalog ermöglichen wird, der – dank unserer Partnerschaften mit diesen Labels – Inhalte aller vier Major-Plattenfirmen – Universal Music Group, Sony/BMG, Warner, EMI und über 150.000 Independent-Labels und -Künstler enthält

Last.fm wird also nach und nach zur vollwertigen Musikplattform mit Abo-Modell ausgebaut, nur im Vergleich zu Napster und Co. eben mit einer “intelligenten” Musikauswahl, die auf den eigenen Vorlieben basiert. Das Radio Hören von Titeln nach eigener Vorliebe ist allerdings weiterhin kostenlos möglich.

Weitere Funktionen auf Last.fm

Es gibt noch viele weitere spannende Funktionen bei last.fm wie z.B: Aufsteiger der Woche, Widgets für die eigene Website, Taste-o-Meter (musikalische Übereinstimmung mit anderen) und andere. Am besten schaut Euch das selber mal an, es ist ähnlich wie bei vielen anderen Web2.0-Diensten: der Nutzen erschließt sich erst völlig beim Ausprobieren. Also ran an den Speck!

Last.fm gehört seit 2007 dem US-Amerikanischen Medienkonzern CBS, der das Unternehmen für 280 Millionen US-Dollar gekauft hat.

Nutzt Ihr last.fm bereits? Habt ihr schon neue Musik über diese Plattform gefunden?

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