Neue Apple MacBooks
von Gabriel am 15.10.2008

Seit gestern ist die neue Generation von MacBooks erhältlich, die von der Redewendung “aus einem Stück gefeilt” gar nicht so weit entfernt sind, wie uns das Produktvorstellungs-Video mitteilt. Produktvorstellungen können die bei Apple einfach. So wird auch deutlich herausgestellt, dass es sich um das “grünste MacBook aller Zeiten” handelt, da z.B. auf die Verwendung von Quecksilber und PVC verzichtet wurde, das Gehäuse aus Alu und Glas weitgehend recyclebar ist und eine wesentlich kleinere Verpackung zum Einsatz kommt.

Das Präzisions-Unibody-Aluminiumgehäuse wirkt sehr robust, das Display sieht durch die über die ganze Breite gezogene Glasfläche sehr großzügig aus, NVIDIA-Grafikprozessoren sorgen jetzt für noch bessere Grafik-Fähigkeiten.

MacBook Features im Überblick
- Prozessor: Intel Core 2 Duo mit 2,0 GHz / 2,4 GHz
- RAM: 2GB
- Festplatte: 160 GB / 250 GB
- Display: 13,3″ (1280 x 800 Pixel)
- Grafik: NVIDIA GeForce 9400M
- Anschlüsse: Ethernet, 2x USB2.0, MiniDisplay, Audio In & Out
- Bluetooth, WLAN
- Gewicht: 2,04 kg
- Größe: 2,41cm x 32,5cm x 22,7cm
- 5h Laufzeit mit Akku
MacBook Pro Features im Überblick
- Prozessor: 2,4 GHz / 2,53 GHz
- RAM: 2GB / 4 GB
- Festplatte: 250 GB / 360 GB
- Display: 15″ (1440 x 900 Pixel)
- Grafik: NVIDIA GeForce 9400M + 9600M GT mit 256MB / 512MB
- Anschlüsse: Ethernet, Firewire, 2x USB2.0, MiniDisplay, Audio In & Out
- Bluetooth, WLAN
- Gewicht: 2,49 kg
- Größe: 2,41cm x 36,4cm x 24,9cm
- 4,5h Laufzeit mit Akku
Auch das Multitouch-Trackpad besteht aus Glas und kann gleichzeitig zum Klicken verwendet werden. Separate “Maustasten” sind dadurch nicht mehr notwendig.

Preise der neuen MacBooks
Der Preis für das MacBook mit 13″-Display liegt in der einfachsten Ausstattungsvariante bei 1.199 Euro für die 2,0 GHz-Variante und 1.499 Euro für die 2,4 GHz-Version. Optional sind Komponenten wie eine Solid State Disk mit 128 GB erhältlich, allerdings zum “gepfefferten” Aufpreis von über 500 Euro.
Für das MacBook Pro zahlt der Käufer 1.798,99 Euro für die 2.4 GHz-Ausführung bzw. 2.249,00 Euro bei 2,53 GHz.
Offizielle Seite bei Apple zur Vorstellung des MacBook
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René
Okt 16th, 2008
Ich verweise mal auf den etwas detailierteren Artikel bei Heise.de (nur für diejenigen, die auf mehr Hardware-Fakten stehen). Für mich sieht das nicht nach neuen MacBooks aus, sondern eher nach einem “Aufguss”. Okay, der Wechsel von Plastik zu Alu beim MacBook mag noch als Neuheit durchgehen. Aber alles andere findet man auch jetzt schon in Notebooks anderer Hersteller.
Warum Apple Intel-Technik mit NVIDIA-Chipsätzen mischt, bleibt mir ein Rätsel. Gerade das war doch der Vorteil der alten MacBooks. Die Intel-Grafik war sehr sparsam und galt für die Linux-User als Referenz-Chipsatz (von Intel offen entwickelt). Mit NVIDIA mischt man jetzt alles durcheinander und darf es dadurch nicht mehr “Centrino” nennen.
Was mich aber ganz gewaltig stört, ist zu einem der Einsatz spiegelnder Displays und zum anderen der neue Anschluß für externe Monitore. Statt DVI kommt jetzt eine DisplayPort-Schnittstelle zum Einsatz. Das hat sich gerade mal DVI durchgesetzt, schwenkt man schon wieder um. Möge man mir doch bitte mal zeigen, welcher Beamer oder TFT einen solchen Port hat, wenn es nicht gerade ein Apple-eigenes Display ist. Und der Adapter dafür kostet auch noch mal 100,00 Euro. Das riecht mir sehr nach Abzocke. Schade eigentlich.
Vielleicht kommt meine eher kritischere Sichtweise auch aus meinen vergangenen Erfahrungen. Die anfangs euphorischen Jubelgesänge auf mein MacBook Pro wandelten sich in gelassene Nüchternheit. Auch, was Green-IT betrifft, ist Apple nicht das, was es versucht darzustellen. Das beweist die aktuelle Greenpeace-Studie. Mag sein, dass die neuen Modelle da noch nicht eingeflossen sind. Aber ich bezweifle, dass Apple damit einen wesentlichen Schritt nach vorn gemacht hat. Sie verkaufen ja auch noch mehr als nur MacBooks.
Wenn ich Technik, Design und Ökologie als Entscheidungskriterien zur Wahl eines neuen Notebooks heranziehe, kommt für mich aktuell nur Dell in Frage. Kleiner Tipp für Ökologen: Werft mal einen Blick in die Sonderausgabe der Chip.
Gabriel
Okt 17th, 2008
Die spiegelnden Glossy Displays teilen die Nutzerschaar ebenso in zwei Lager wie Touchpad/Maus oder Windows/Mac. Mir gefällt das klarere Bild mit dem tiefen Schwarz sehr gut, daher kommt für mich nichts anderes mehr in Frage.
“Abzocke” wegen 100 Euro ist vermutlich übertrieben, Apple-Geräte sind ja an sich schon nicht die billigsten, da fallen die 100 auch nicht mehr so sehr ins Gewicht. Der Hang zu immer dünneren Geräten und das daraus resultierende Wegsparen von Anschlüssen (siehe MacBook Air) ist ja nichts neues.
Was die Umweltstudie betrifft: die Greenpeace-Mitarbeiterin sagt ja selber: “Apples Vorhaben, sämtliche Giftstoffe bis Ende 2008 aus seinen Produkten zu verbannen, ist ein wirklich positiver Schritt”. Das finde ich auch.
René
Okt 20th, 2008
Apple schafft es immer sehr gut, seine Vorhaben PR-tauglich zu vermitteln. Ob, wie und in welchem Umfang diese dann umgesetzt werden, steht auf einem anderen Blatt. Es ist nicht das erste Mal, dass Apple das Wort “Ökologie” in den Mund nimmt. Damals waren es die iPods und iPhones, die dank Aluminium und Glas so schön umweltfreundlich sein sollten. Dass es dann doch anders war, hat Greenpeace sehr gut dargestellt.
Die Sinnhaftigkeit glänzender Display bleibt mir bisher noch verborgen. Bei Displays im stationären Einsatz sehe ist die täuschende Bildverbesserung noch halbwegs ein. Aber nicht beim mobilen Einsatz wie z.B. in Notebooks. Dass es auch ohne gläzende Displays geht, hat Apple selbst mit seinen älteren Notebook-Displays (inkl. LED-Technik) gezeigt.
Apropos Displays: In der Keynote ist sehr gut zu erkennen, warum Apple auf Display-Port setzt. Um das eigene, neue 24″-Display zu verkaufen. Statt auf externe Displays für höhere Auflösung zu setzen, hätte man vielleicht die Auflösung der Notebook-Displays erhöhen können. Ich frage mich, warum man überhaupt auf HD-Features setzt, wenn man nicht einmal das alte DVD- gegen ein Blue-Ray-Laufwerk austauscht.
Es bleiben noch ein paar andere Fragen offen, wie z.B.: Warum streicht Apple den Firewire-Anschluss beim MacBook, wenn es diesen damals noch für den Einsatz von Time Capsule empfohlen hat? Warum hebt Apple so oft die ökologischen Askepte, wie z.B. den Verzicht auf PVC hervor, wenn es weiterhin die alten “Plastik-Notebooks” fertigt und sogar noch im Preis senkt? Warum entwickelt Apple nicht endlich mal ein ordentliches Docking-Station Konzept für die Notebooks?
Insgesamt mag Apple einen positiven Eindruck hinterlassen haben. Aber meines Erachtens nur für pure Apple-Anhänger, weniger für PC-Anhänger, die Kompatibilität und Flexibilität gewohnt sind. Letzteres ist ja die anvisierte Zielgruppe von Apple, die man langfristig binden will. Was aber nicht gelingt, wenn man z.B. verbreitete Anschlüsse nur noch mit teuren Adaptern verkauft.
Gabriel
Okt 20th, 2008
Ja klar, Apple ist – wie Microsoft – ein Unternehmen, das den Aktionären verpflichtet ist und neben der Erstellung funktionierender – von mir aus stylisher – Produkte zu allererst Wachstum und Gewinnerzielung im Sinn hat.
Das merkt man an allen Ecken und Enden. Seit ein paar Jahren scheint das Konzept von Apple ganz gut aufzugehen. Mal schauen wie das Anschluss-Dilemma und die anderen genannten Punkte sich in den nächsten Jahren auswirken werden.
Und weil es gerade so schön passt: Microsoft stellt 20 Windows7-Versionen vor
René
Okt 29th, 2008
Hier ein sehr informativer Praxistest auf heise.de. Die anspruchsvollen Nutzer werden die neuen Notebooks zähneknirschend kaufen oder doch bei Ebay bzw. im Apple Refurbished-Shop nach älteren Modellen suchen. Oder gar doch PC-Alternativen kaufen, um dann ein passendes OS X darauf zu installieren (ist ja heute dank Intel-Plattform kein Probem mehr). Visiert Apple langfristig eine andere Zielgruppe an (Gamer statt Kreative)?
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